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22.04/11:42 |
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WKN |
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| DE0007030009 |
703000 |
- € |
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Rheinmetall-Aktie: Newsflow wie erwartet eher mau 21.03.2012
Montega AG
Hamburg (www.aktiencheck.de) - Thomas Rau, Analyst der Montega AG, stuft die Aktie von Rheinmetall (ISIN DE0007030009 / WKN 703000) weiterhin mit dem Rating "halten" ein.
Die Rheinmetall AG habe heute die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 veröffentlicht und einen Ausblick für 2012 gegeben. Am Nachmittag werde das Unternehmen zudem eine Telefonkonferenz abhalten. Beim Umsatz und EBIT (4,454 Mrd. Euro bzw. 354 Mio. Euro), die bereits vor vier Wochen berichtet worden seien, habe es keinerlei Abweichungen von den Analysten-Erwartungen gegeben. Das Nettoergebnis sei mit 225 Mio. Euro (+29% ggü. Vj.) leicht besser gewesen als erwartet (Montega: 209 Mio. Euro). Das Unternehmen plane, eine Dividende von 1,80 Euro (2010: 1,50 Euro) an die Aktionäre auszuschütten, was einer Ausschüttungsquote von 32% entspreche.
Der Umsatz sei um 17% auf 2,313 Mrd. Euro und damit deutlich stärker als die weltweite Automobilproduktion (+3%) gestiegen. In allen Regionen habe das Unternehmen prozentual zweistellige Zuwachsraten erzielen können. Das mit Abstand stärkste Wachstum sei dabei aus Osteuropa (+51%) gekommen. Auf der Produktseite habe Rheinmetall von seiner Fokussierung auf die Wachstumstrends Schadstoff- und Spritverbrauchreduzierung sowie dem weiteren Ausbau des Non-OEM-Geschäfts (sehr margenstark) profitiert. Das EBIT habe sich mit 151 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt. Die EBIT-Marge sei auf 6,5% (2010: 4,1%) gestiegen.
Die große Enttäuschung sei der Auftragseingang gewesen. Dieser sei um 7% auf lediglich 1,831 Mrd. Euro zurückgegangen und habe damit auch deutlich unter der im November bereits reduzierten Guidance von 2,1 Mrd. Euro (ursprüngliches Ziel: 2,2-2,3 Mrd. Euro) gelegen. Der Umsatz sei insbesondere aufgrund der im Vorjahr getätigten Akquisitionen um 7% auf 2,141 Mrd. Euro (organisches Wachstum: +3%) gestiegen. Allerdings sei das EBIT um 5% auf 223 Mio. Euro zurückgegangen. Dies sei im Wesentlichen auf Kaufpreisallokationen im Zusammenhang mit den oben erwähnten Akquisitionen (neg. Effekt: ca. 17 Mio. Euro) sowie eine Einmalabschreibung auf ein Projekt im Bereich Landsysteme (neg. Effekt: ca. 11 Mio. Euro) zurückzuführen. Dementsprechend habe sich die Marge auf 10,4% (2011: 11,6%) reduziert.
Das Unternehmen stelle für den Konzern in 2012 einen Umsatzanstieg auf rund 4,9 Mrd. Euro in Aussicht. Davon sollten rund 2,5 Mrd. Euro auf den Defence-Bereich und etwas mehr als 2,4 Mrd. Euro auf den Automotive-Bereich entfallen. Dies entspreche im Grunde sowohl den Analysten- als auch den Marktschätzungen. Das Wachstum in Defence werde dabei ausschließlich aus der erstmaligen Voll-Konsolidierung der militärischen LKW-Aktivitäten kommen (pos. Effekt: ca. 400 Mio. Euro). Rein organisch würden die Analysten trotz des nach wie vor hohen Auftragsbestandes (4,5 Mrd. Euro) einen Umsatzrückgang erwarten.
Der geplante Umsatzanstieg in Automotive liege im Rahmen der erwarteten Zunahme der weltweiten Automobilproduktion (+4%) und nur marginal über den Analysten-Schätzungen (+3%). Trotz des erwarten Umsatzanstiegs stelle das Management wie von ihnen erwartet nur ein EBIT auf Vorjahresniveau in Aussicht (d. h. rund 354 Mio. Euro), wobei für den Automotive-Bereich eine leichte Verbesserung und für den Defence-Bereich eine leichte Abschwächung erwartet werde. Letzteres impliziere nach Erachten der Analysten sogar die Existenz eines Einmalertrages aus dem Verkauf von 51% des Drohnen-Geschäfts an die EADS-Tochter Cassidian (erwarteter Buchgewinn: 10 bis 15 Mio. Euro).
Die Analysten würden für den Konzern insgesamt für 2012 von einem leichten Rückgang des operativen Ergebnisses ausgehen (348 Mio. Euro). Dagegen erwarte der Markt einen Anstieg auf 374 Mio. Euro. Dementsprechend sei in den kommenden Wochen mit Ergebnisrevisionen des Marktes zu rechnen. Dies betreffe dabei nicht nur die Schätzungen für das operative Ergebnis (EBIT), sondern auch das Nettoergebnis. Dieses werde nach Erachten der Analysten in 2012 aufgrund des Anstiegs der Anteile Dritter (infolge der oben erwähnten erstmaligen Voll-Konsolidierung der militärischen LKW-Aktivitäten von MAN (ISIN DE0005937007/ WKIN 593700)) zurückgehen. Der Markt rechne hier immer noch mit einer leichten Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.
Insgesamt habe die heutige Berichterstattung (insbesondere der schwache Auftragseingang in Defence) eher negativ überrascht. Dies sowie der dargestellte Anpassungsbedarf bei den Marktschätzungen (EBIT: minus 5 bis 10%; Nettoergebnis: minus 10 bis 15%) sollten kurzfristig für Druck auf die Aktie sorgen. Langfristig gesehen würden die Analysten die Story nach wie vor für interessant halten. Als Kerntreiber für die Aktie würden sie einen potenziellen Börsengang des Automotive-Bereiches (bei dem die Erlöse allerdings unter dem in 2011 möglich gewesenen Niveau liegen dürften), weiteres Wachstum im Defence-Bereich (insbesondere aufgrund der weiter forcierten Expansion in Wachstumsmärkte außerhalb Europas) sowie eine erwartete Zunahme der M&A-Aktivität des Unternehmens im Rahmen der Konsolidierung der wehrtechnischen Aktivitäten vor allem in Europa sowie der antizipierten Expansion im Bereich Waffe & Munition sowie Schutzsysteme sehen.
Die Analysten der Montega AG bewerten die Rheinmetall-Aktie nach wie vor mit "halten". Das Kursziel werde weiterhin bei 49,00 Euro gesehen. (Analyse vom 21.03.2012) (21.03.2012/ac/a/d)
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